Sprossen selbst ziehen – so einfach geht´s!

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Sprossen und Keimlinge – Nährstoff-Power aus der eigenen Küche

Sprossen und Keimlinge sind kleine Vitaminbomben, sie sind in der Rohkostküche sehr beliebt. Sie lassen sich ganz einfach, auf der Fensterbank, selbst ziehen. Sprossen und Keimlinge sind eine super Abwechslung, egal ob als Salatbeilage, als Topping auf dem Brot, im Smoothie, entsaftet oder im Müsli. Sie schmecken sehr lecker, machen satt und sind super gesund.
Damit auch das Ziehen der Keimlinge super klappt, gibt es hier eine kleine Anleitung.

Was genau sind Sprossen und Keimlinge?
Die Sprosse ist das erste Entwicklungsstadium einer Pflanze. Aus der Sprosse entwickelt sich einmal der oberirdische Teil der Pflanze, also das was über der Erde zu sehen ist. Der Keimling ist der Teil, der einmal die Wurzel bildet.

Was ist so besonders an Sprossen und Keimlingen?
Sie sind kleine Nährstoff-Wunder. Während der Samenkorn keimt, finden in ihm Stoffwechselvorgänge statt, die der kleinen Pflanze die gerade entsteht, Energie liefert und sie vor Krankheitserregern schützt. Nährstoffe vervielfachen sich, der Vitamingehalt steigt, Eiweiß und Fette werden in bioverfügbar, wertvollere Formen umgewandelt, das heißt der Körper kann sie besser aufnehmen. Der Mineralstoffgehalt im Samenkorn bleibt erhalten.

Woraus werden Keimlinge und Sprossen gezogen?
Keimlinge und Sprossen kann man aus allen Samen und Hülsenfrüchten ziehen. Zum Beispiel Buchweizen, Sonnenblumenkerne, Kichererbsen, verschiedene Getreidesorten, Mungbohnen, Kresse, Radieschen, Bockshornklee, Senf und so weiter.

Leinsamen auf dem “Kressesieb”

Sprossen und Keimlinge, so einfach gehts:
Du brauchst entweder ein Keimglas oder einfach ein größeres Glas mit Deckel. Die Keimgläser sind natürlich super praktisch, weil sie einen Siebdeckel haben. Bei feinem Samen empfiehlt sich auch ein Keimgerät zu verwenden.
Aber Achtung! Es gibt die sogenannten Schleimkeimer. Das sind schleimbildende Saaten wie z.B. Kresse, Rucola, Leinsamen, Chiasamen… die bilden beim Einweichen Schleim. Diese Saaten wachsen nicht im Glas. Dort wird die Masse einfach schimmeln. Für diese Schleimkeimer empfiehlt sich eine “Kresseschale” oder “Kressesieb.”  Auf dem Sieb wird die Samen Masse gut verteilt und so wird das Schimmeln vermieden.

Zurück zum Sprossenglas:
Als erstes müssen die Samen gewaschen werden, einfach in einen Sieb geben und abspülen. Danach die Samen in das Glas füllen, aber Achtung nicht zu viel, denn das Volumen vermehrt sich durch das Wachsen. Nun das Glas mit Wasser füllen, so dass alle Samen unter Wasser sind. Ich bevorzuge gefiltertes Wasser. Nun müssen die Samen mehrere Stunden einweichen. Das kann je nach dem, welche Samen du verwendest, zwischen 2-12 Stunden dauern.

Hier eine kleine Übersicht der Einweichzeiten:

  • Getreide: ca. 12 Std.
  • Sonnenblumenkerne: 6-12 Std.
  • Bohnen: ca. 12 Std.
  • Kresse: 6 Std.
  • Senf oder Rucola: ca. 1 Std.
  • Buchweizen: 30min – 1 Std.
  • Linsen: 8-10 Std.
  • Leinsamen: 5-10 Std.
  • Alfalfa: 6 Std.
  • Bockshornklee: 8 Std.

Hygiene ist das A und O bei der Sprossenzucht

Kichererbsen Keimlinge

Hygiene ist sehr wichtig, um Schimmeln zu vermeiden. Das Ganze muss nun zwei bis viermal mal täglich gut abgespült werden.
Wenn sich an den Keimlingen kleine weiße Härchen bilden, dann heißt das nicht sofort, dass es Schimmel ist, oft sind das kleine Wurzeln, die nach Wasser suchen. Hier sollte man gut hinschauen.
Falls sich doch mal Schimmel bilden sollte, dann sind die Sprossen nicht mehr genießbar. Schimmel erkennt man oft an einem unangenehmen Geruch.

Nach dem Einweichen, einfach das Wasser abgießen, die Samen noch zwei, dreimal mit frischen Wasser abspülen und nun das Glas an einen schönen hellen Platz stellen, am besten auf die Fensterbank, hier gilt aber wieder, je nach dem welche Samen man verwendet, denn nicht alle mögen viel Licht.

Frische Luft ist sehr wichtig
Wichtig ist auch das Glas nicht dicht zu zu schrauben, denn die Samen brauchen Luft. Sollte man kein Keimglas mit Siebdeckel verwenden, einfach den Deckel falsch herum auf das Glas legen, so dass genug Luft ins Glas kommt oder alternativ ein feinen Stoff über das Glas stülpen und mit einem Gummi fest machen. So wird auch verhindert, dass Fliegen in das Glas können.

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2 Antworten

  1. Snasnusnaba

    Buchweizen über nacht eingeweicht keimt vieel viel besser als nur so kurz wie hier angegeben!
    Jetzt hab ich eine grosse menge an buchweizen nach dieser Anleitung gemacht und es tut sich kaum was, wo normalerweise (über nacht eingeweicht) in der Zeit die schwänzchen schon 1cm lang sind.
    Sehr ärgerlich wenn in internet-anleitungen einfach “iirgendwas” steht..

    • Alina

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es steht ja nicht irgendwas hier. Das sind meine Erfahrungen. Ich habe bis jetzt kein Problem gehabt, mit dem Keimen von Buchweizen, selbst wenn ich den Buchweizen überhaupt nicht einweiche, klappt das bei mir ohne Probleme.
      Wenn es bei dir nicht geklappt hat, kann ich auch nichts dafür. Aber du hast ja eine Lösung gefunden und hast sie hier ergänzt. Das ist doch wunderbar. Vielen Dank dafür. Ich werde das auch mal so ausprobieren und schauen, ob ich einen Unterschied merke 🙂

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